Die Krankheit Gicht - Behandlung und Medikamente bei Gicht

Die Krankheit Gicht

Die Gicht war schon vor Jahrhunderten eine gut bekannte Krankheit, das Wort stammt aus den Mittelhochdeutschen: Durch eine Erkrankung im Stoffwechsel des Purins, das im Harnsäureabbau anfällt, kommt es zu erhöhtem Anfall von Purinen im Körper, die dann in Form kleiner Kristalle in Gelenken in Nähe der Knochen- Knorpel-Grenze ausfallen und dort eine heftige Entzündungsreaktion auslösen.

Obwohl der typische Gichtanfall an der Basis der großen Zehe oder des Daumens auftritt, kann von den Harnsäurekristallen letztlich jedes Gelenk betroffen werden, auf Dauer werden auch die Niere und die Harnblase in Mitleidenschaft gezogen.
Eine akute Entzündung mit Rötung, Schwellung und Überwärmung an der Basis der Zehe / im Vorfuß ist immer verdächtig auf einen akuten Gichtanfall, der unbehandelt etwa 3 Tage anhält. 

Treten wiederholt Gichtanfälle im gleichen Gelenk auf, wird dieses Gelenk nach und nach zerstört und verformt sich. Eine Röntgenaufnahme kann zeigen, ob und in wieweit eine Gicht Arthropathie vorliegt. 

Ursachen für die Krankheit Gicht

Zu 95% ist das Vorliegen einer Gicht ein erblicher Stoffwechseldefekt und in 5% der Fälle führt eine andere Erkrankung zu einer starken Erhöhung des Harnsäurespiegels im Blut. 

Da die Purine als Stoffwechselprodukte beim Abbau der Harnsäure im Körper anfallen (und dann wegen des Enzymdefekts nicht weiter effektiv abgebaut werden können), ist der Anfall von Harnsäure im Körper ein entscheidender Faktor für die Auslösung oder Vermeidung von Gichtanfällen. 
Nahrungsmittel, die selbst eine hohe Konzentration von Harnsäure mitbringen, steigern den Harnsäurespiegel und können damit ebenfalls einen Gichtanfall auslösen. 

Harnsäure ist ein lebenswichtiger Bestandteil von Zellkernen in allen lebenden Geweben, das heißt sowohl in der Flora als auch in der Fauna, sodass nicht nur tierische, sondern auch zellreiche pflanzliche Nahrungsmittel einen hohen Harnsäuregehalt haben können. 

Fisch und Fleisch (hier insbesondere alle Formen von Fleisch, die kein schieres Muskelfleisch sind, sondern auch Innereien enthalten, aber auch frische 

Hefe (Hefeweizen!) und einige zellreiche Gemüsesorten wie Erbsen oder Bohnen enthalten viel Purin und sollten daher weitgehend gemieden oder nur in sehr kleinen Portionen genossen werden. 

Auch eine Normalisierung des Körpergewichts (bei vorliegendem Übergewicht) und der Verzicht auf Alkohol gehören zu den Maßnahmen, die Betroffene selbst ergreifen sollten, um das Risiko für Gichtanfälle, die Gelenkzerstörung und die Entwicklung der Nierenschwäche aktiv zu verringern.

Der Harnsäurespiegel kann im Blut gemessen werden und zeigt an, wie hoch das Risiko für Gichtanfälle ist. Allerdings besteht keine sichere Korrelation zwischen der Höhe des Harnsäurewertes, sondern es können auch schon Anfälle bei relativ niedrigen Werten auftreten und andere Menschen mit stark erhöhten Harnsäurewerten hatten noch nie einen Gichtanfall.

Gicht behandeln

Medikamente bei Gicht

Die Verminderung der Bildung von Harnsäure oder die vermehrte Ausscheidung der erhöhten Harnsäure im Blut kann durch Medikamente behandelt werden. Die Einnahme dieser Medikamente erfolgt dann regelmäßig, um den Harnsäurespiegel in Blut und Gewebe niedrig zu halten und so das Risiko für weitere Gichtanfälle zu verringern. 

Im akuten Gichtanfall mit seinen heftigen Schmerzen und der deutlichen Entzündung können diese Medikamente allerdings nicht sofort helfen.

In dieser Situation wird entzündungshemmend behandelt durch die Gabe von antientzündlichen Medikamenten wie Indometacin, Ibuprofen oder Diclofenac oder durch ein Medikament, das aus dem Gift der Herbstzeitlosen, dem Colchizin, gewonnen wird. Diese Behandlung wurde schon vor Jahrhunderten erfolgreich eingesetzt, muss aber wegen der Toxizität engmaschig und gewissenhaft überwacht werden und wird nur selten eingesetzt. 

Die Medikamente, die im akuten Gichtanfall helfen, können die Harnsäurespiegel nicht reduzieren, sondern behandeln und lindern nur die Symptome der Entzündung. Eine weitere dauerhafte Behandlung durch die Reduktion der Purine sollte also im Anschluss trotzdem immer erfolgen, wenn die Umstellung der Ernährung und es Lebensstils allein kein Fortschreiten der Gicht Erkrankung gewährleisten konnten.

 
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Unsere Gesundheitsexpertin

Unsere medizinischen Fachtexte werden von Anke Prczygodda verfasst.

Anke Prczygodda ist Fachärztin für Allgemeinmedizin in Kiel und hat sich speziell für den Bereich ambulante geriatrische Rehabilitation qualifiziert.
Unsere Texte stammen also aus der Feder einer ausgewiesenen Expertin für Altersheilkunde.

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