Wie sich Sex im Alter verändert

Tabu-Thema Sex im Alter

Erotik, Sexualität und Lust sind Themen, die selten öffentlich besprochen werden. Geht es um Sex im Alter grenzt dies sogar beinahe an ein Tabu. Warum eigentlich?
Während wir jung sind, ist für die meisten Menschen Sex etwas ganz normales, etwas das zum Alltag dazugehört und vielen Beziehungen Schwung verleiht. Warum ist das im Alter anders? Sind es die Grenzen, die uns unser Geist auferlegt, dass wir uns als junger Mensch nicht vorstellen können, jenseits der 60 noch sexuell aktiv zu sein?
Lange Zeit prägten Klischees vom "lüsternen Greis"oder der "unfruchtbaren alten Schachtel" die allgemeine Meinung.
Und bis vor wenigen Jahren existierten weder Studien oder Untersuchungen zum Thema "Sex im Alter" noch wurde darüber in den Medien diskutiert. Inzwischen ist ein leichter Wandel eingetreten, das Thema findet in den Medien mehr Anklang und auch die Forschung ist aktiver geworden.
Die gesellschaftlichen Klischees werden langsam überwunden.

Was ändert sich im Alter?

Natürlich ist im Alter nicht mehr alles ganz so einfach wie es mit 20 oder 30 Jahren einmal war. Der Körper verändert sich im Laufe der Jahre und damit auch die Sexualität. Dies zu bestreiten wäre eine glatte Lüge.
Das soll nun aber nicht heißen, dass Paare nur noch in Ausnahmefällen, wenn zufällig niemanden gesundheitliche Probleme plagen, Sex haben können. Um Gottes Willen, so schlimm ist es nun wirklich nicht!
Selbstverständlich zwickt es mit 60 Jahren und mehr hin und wieder irgendwo, doch die Lust ist nach wie vor vorhanden und sollte unbedingt ausgelebt werden. Schließlich hält Sex fit und ein erfülltes Liebesleben hält den Geist lebendig.

Ändert sich denn überhaupt etwas? Das ist natürlich von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Während der eine mehr mit der Gesundheit zu kämpfen hat, genießt der andere ein unbeschwertes Leben bis ins hohe Alter.
Doch grundsätzlich geht es bei vielen Senioren beim Sex ruhiger und entspannter zu als in jüngeren Jahren. Durchhaltevermögen und Experimente sind nicht mehr so gefragt, die Liebe zum Partner und der Wunsch, diesem Freude zu bereiten rücken immer weiter in den Mittelpunkt.
Ein Vorteil ist natürlich auch, dass sich zumindest gleichaltrige Paare keine Gedenken mehr um die Verhütung machen müssen, eine Tatsache, die auf manche Menschen sehr beruhigend wirkt.
Männer, die mit dem Problem des vorzeitigen Samenergusses zu kämpfen hatten, werden das Alter begrüßen, denn ab etwa dem 40. Lebensjahr wird dieses Problem immer seltener.

Reden hilft!

Wie so oft im Leben ist es nicht immer einfach, so auch beim Sex: Wenn der Körper sich verändert, gilt es diese Veränderungen anzunehmen, nicht nur bei sich selbst, sondern auch beim Partner, und diese mit den sexuellen Vorstellungen in Einklang zu bringen.
Obwohl sich viele Paare schon seit Jahren kennen und lieben, ist die Scheu über Sex zu reden auch im Alter groß. Welche Wünsche, Vorlieben und Sehnsüchte haben Sie? Welche Probleme gibt es? Nur wenn Sie die Scheu ablegen und das Gespräch mit Ihrem Partner suchen kann sich etwas ändern.
Nehmen Sie sich die Zeit und sprechen Sie miteinander - viele Dinge klären sich dabei ganz von selbst, denn Ihr Partner sieht manches bestimmt ganz genauso wie Sie oder hat einen Lösungsvorschlag. Gehen Sie aufeinander zu und nutzen Sie die Chance sich bei dieser Gelegenheit näher zu kommen und Ihre Sexualität gemeinsam neu zu entdecken.
Schaffen Sie diesen Schritt nicht alleine oder haben Sie das Gefühl, Sie benötigen Unterstützung, dann gibt es die Möglichkeit einen Arzt oder einen Paartherapeuten aufzusuchen und sich helfen zu lassen.

Krankheiten können Sex im Alter beeinträchtigen

Stolpersteine für eine erfüllte Sexualität im Alter gibt es viele. Angefangen bei den Wechseljahren, die jede Frau durchlebt und die zum Teil von Stimmungsschwankungen, trockenen Schleimhäuten und Hitzewallungen begleitet werden. Die Lust auf Erotik ist in dieser Phase meist nicht gerade groß, erst recht nicht, wenn der Partner kein Verständnis für die Probleme zeigt.
Doch natürlich ist nicht nur die Frau betroffen, vor allem Männer leiden mit zunehmendem Alter an Diabetes oder Herz-Kreislauf-Problemen, die nicht nur das allgemeine Wohlbefinden beeinflussen, sondern sich auch auf die Funktion der Geschlechtsorgane auswirken können. Auch die weit verbreitete Prostatavergrößerung ist häufig ein Grund für Potenzprobleme bei Männern.
Schwierig wird es auch bei Gelenkproblemen, Rheuma oder Gicht. Diese Erkrankungen machen auf der einen Seite unbeweglich und können auf der anderen Seite auch große Schmerzen mit sich bringen.
Einige Menschen sind im Alter auch von Harninkontinenz betroffen, die sich beim Sex bemerkbar machen kann.

Eine Garantie, all diese Hindernisse erfolgreich umschiffen zu können, gibt es leider nicht. Sinnvoll ist es aber auf jeden Fall so jung wie möglich damit zu beginnen, auf seine Gesundheit zu achten, sich gesund zu ernähren und Sport zu treiben. Auf diese Weise kann die eine oder andere Alterserkrankung verhindert oder zumindest hinausgezögert werden - eine gute Basis für ein erfülltes Sexleben im Alter.

 
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