Parkinson - die Schüttellähmung erkennen und behandeln

Die Krankheit Parkinson

Die Parkinson-Krankheit (Morbus Parkinson) wurde nach dem englischen Arzt James Parkinson benannt und war schon im neunzehnten Jahrhundert als langsam fortschreitende Schüttellähmung bekannt.  

Die Hauptsymptome Zittern (Tremor), Steifigkeit (Rigor) und Verlangsamung der Bewegung (Bradykinese, bis hin zur Bewegungsunfähigkeit, der Akinese) können in unterschiedlicher Gewichtung bei unterschiedlichen betroffenen Menschen ausgeprägt sein und mit weiteren vegetativen, sensiblen und psychischen Symptomen verbunden auftreten. 

Das zentrale Symptom für die Diagnose eines Parkinson-Syndroms ist die Bradykinese bzw. Akinese, zu der sich noch mindestens eines der weiteren Symptome hinzugesellen muss, um die Diagnose stellen zu können. 

Den geschilderten Bewegungsstörungen liegt ein Gewebedefekt im Gehirn zugrunde. Durch einen degenerativen Prozess, der in 3/4 der Fälle idiopathisch (also aus ungeklärter Ursache) auftritt und nur in 1/4 der Fälle eine fassbare Ursache hat, sterben die Nervenzellen in der Substantia nigra ab. Dieser schwarz gefärbte Hirnkern ist ein wichtiger Teil unseres Bewegungszentrums und das dort gebildete Dopamin wird für einen flüssigen und ungehinderten Bewegungsablauf in ausreichender Menge benötigt.

Symptome der Krankheit

Da das Absterben der Nervenzellen langsam stattfindet, bilden sich die Symptome des Parkinson-Syndroms meist langsam voranschreitend aus. In den meisten Fällen beginnt die Symptomatik um das sechzigste Lebensjahr herum, aber selten kann es auch schon Erkrankungsfälle vor dem 40sten Lebensjahr geben. Der Beginn ist nahezu immer einseitig und wird auch im Laufe der Jahre auf einer Seite meist stärker ausgeprägt sein als auf der anderen Körperhälfte. 

Das ausbleibende Mitschwingen eines Armes beim Gehen (vielleicht auch verbunden mit einseitigen Schulterschmerzen und Muskelverspannungen) kann eines der frühesten Symptome sein.  

Die allgemeine Bewegungsarmut, die ja das Hauptsymptom darstellt, macht sich in allen Muskelpartien vom Gesicht (nur geringe bis gar keine Mimik) bis zu den Füßen bemerkbar. Die Sprache wird leiser und undeutlicher, die Handschrift wird kleiner und die Schritte werden kleiner und schlurfend.  

Die erhöhte Steifigkeit entsteht durch eine Anspannung der gesamten Muskulatur und kann zu Muskelschmerzen führen.

Das sogenannte Zahnradphänomen bedeutet eine "ruckelige" Bewegung des Ellenbogengelenks, wenn man den gebeugten Arm in die eigene Hand nimmt und streckt. Wenn man diese Bewegung mehrfach hintereinander ausführt, fühlt man das kurze "Stehenbleiben" als feinen Ruck.  

Der Tremor, das unwillkürliche langsame Zittern der Hände, kann auch bei anderen Erkrankungen vorkommen, die dann anfangs mit dem Parkinson-Syndrom verwechselt werden können. Auch dieser Tremor kommt überwiegend oder betont einseitig vor und hat eine relativ niedrige Frequenz. 

Die verminderte Rumpfstabilität (Posturale Instabilität) bedeutet, dass das Stabilhalten des gesamten Körpers in der aufrechten Haltung gestört ist. Die normalen kleinen Ausgleichsbewegungen können nicht mehr im gleichen Tempo ausgeführt werden und die Sturzgefahr steigt an.  

Da Dopamin nicht nur als Gewebshormon für Bewegungen im Körper notwendig ist, sondern auch viele weitere Regulationen und Vorgänge beeinflusst, können eine ganze Reihe weiterer Allgemeinsymptome auftreten: 

Psychische Veränderungen meist im Sinne einer Depression können bei bis zu 40% der Betroffenen auftreten und gehen unter Umständen den Bewegungsstörungen um Jahre voraus. Zu diesen Veränderungen kann auch eine Verlangsamung des Denkens (bei ungestörter kognitiver Funktion) gehören, die fälschlicherweise den Eindruck einer Demenz erwecken kann und als Pseudodemenz bezeichnet wird.  

Zu den vegetativen Störungen gehört das sogenannte Salbengesicht, eine fettig glänzende Gesichtshaut, die durch eine Überproduktion der Talgdrüsen entsteht. Auch unsere Kreislaufregulation wird von Dopamin mit gesteuert, sodass vor allem bei fortgeschrittenem Parkinson-Syndrom ein Abfall des Blutdrucks bei Lagewechsel vom Liegen zum Aufstehen auftreten kann (orthostatische Hypotonie). So wird die Sturzneigung weiter verstärkt, Schwindelgefühle werden beklagt und vielfach haben die Patienten eine große Angst vor Stürzen. 
Durch den Dopaminmangel leiden die meisten Parkinson Patienten unter Obstipation und Probleme mit der Blasenentleerung.

Auch die Temperaturregulation ist auf dieses Gewebshormon angewiesen und kann zu vermehrtem Schwitzen und einer Intoleranz von Hitze führen.

Parkinson behandeln

Die Diagnostik und Behandlung der Parkinson-Krankheit geschieht durch einen Neurologen. Allen verordneten Medikamenten ist gemein, dass sie entweder den Dopaminspiegel direkt erhöhen, eine dem Dopamin sehr eng verwandte Wirkung haben oder den Abbau von Dopamin im Körper hemmen.  

Auch an operativen Techniken für diejenigen Patienten, die nicht ausreichend auf die Medikamente ansprechen, wird gearbeitet. Ein "Hirnschrittmacher" kann durch winzige Elektroden den Hirnarealen, in denen das Dopamin zur Übermittlung von Botschaften fehlt, einen kleinen elektrischen Impuls übermitteln. Diese Technik wird in einigen Zentren mit Erfolg angewandt. 

Um die Zunahme der Bewegungsunfähigkeit möglichst lange herauszuzögern, ist Physiotherapie, auch verbunden mit Logopädie und Ergotherapie sinnvoll eingesetzt und ermöglicht eine möglichst hohe Selbstständigkeit.

Auch alternative Verfahren wie Entspannungstechniken, Akupunktur oder Qigong können den Betroffenen helfen, ihre Körperwahrnehmung und Bewegungsfähigkeit positiv zu beeinflussen.

 
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Unsere medizinischen Fachtexte werden von Anke Prczygodda verfasst.

Anke Prczygodda ist Fachärztin für Allgemeinmedizin in Kiel und hat sich speziell für den Bereich ambulante geriatrische Rehabilitation qualifiziert.
Unsere Texte stammen also aus der Feder einer ausgewiesenen Expertin für Altersheilkunde.

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