Gedächtnisstörung bei Senioren - Ursachen und Therapien bei Gedächtnisstörungen

Gedächtnisstörungen

Eine Gedächtnisstörung bedeutet eine funktionelle Verminderung des Gedächtnisses zu einem bestimmten Zeitpunkt oder Inhalt.  

Da das Gedächtnis keinen isolierten Speicherort im Gehirn hat, sondern im Verbund vieler Nervenzellen, Areale und deren Verknüpfungen untereinander gespeichert wird, können sehr viele unterschiedliche Strukturen und Umstände an einer Gedächtnisstörung beteiligt sein. 

Einen kompletten Gedächtnisverlust bezeichnet man als Amnesie. Dieser umfasst in der Regel eine begrenzte Zeitspanne (die amnestische Episode ist als Auftreten einer Amnesie von einer bis maximal 24 Stunden Dauer definiert) an die sich der Betroffene auch nach bestem und intensivem Bemühen und auch nach langer Zeit nicht erinnern kann.  

Das Gedächtnis

Unser Gedächtnis hat den Sinn, alles Erlebte und Erlernte so zu speichern, dass wir im Verlauf des Lebens immer wieder unbewusst und in Bruchteilen von Sekunden abchecken können, ob wir bereits Ähnliches erlebt haben (um daraufhin dann ein gespeichertes Handlungsmuster abrufen zu können) oder ob eine Situation für uns vollkommen neu ist und eine neue Handlungsstrategie erfordert.  

Allgemein bekannt ist die Unterscheidung in Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis, aber auch ein sensorisches Gedächtnis wird inzwischen als eigenständiges Speicherungssystem betrachtet.  

Wir können Fakten und Ereignisse speichern ebenso wie komplexere Abläufe und Fertigkeiten, die wir ohne nachzudenken anwenden können.  

Da wir im Laufe unseres Lebens unzählige Situationen erleben, Menschen kennenlernen, Dinge lernen und Erfahrungen machen, ist das Vergessen eine Art Säuberung der Festplatte, um die Menge an gespeicherten Erinnerungen nicht ausufern zu lassen und ein normaler Prozess im Rahmen des Erinnerns.

Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Gedächtnisstörungen

Die Gedächtnisstörung (Amnesie) kann im Rahmen vieler Erkrankungen und Zustände auftreten und ist nicht auf das Älterwerden beschränkt. Ein Schädel-Hirn-Trauma ("Gehirnerschütterung") bei einem Sturz kann schon als Kind zu einem akuten Gedächtnisverlust führen. Auch beim Vorliegen einer Epilepsie kann es immer wieder zu einem Gedächtnisverlust kommen, ebenso wie eine heftige Migräne eine Amnesie mit sich bringen kann. Hier wird angenommen, dass der vorübergehend leichte Sauerstoffmangel die Ursache für ein Versagen der Speicherung und des Wiederabrufens ist. 

Auch die (meist längerfristige) Einnahme von Medikamenten und Suchtmitteln, hier insbesondere Alkohol, Morphine und Benzodiazepine können Gedächtnisstörungen (bis hin zum irreversiblen Verlust des Kurzzeitgedächtnisses im Rahmen des Korsakow-Syndroms bei Alkoholkranken) zur Folge haben. 

Eine weitere Ursache für Gedächtnisstörungen können traumatische Erlebnisse sein, in denen das Hirn vielleicht auf seine Weise den Menschen vor kaum erträglichen Erinnerungen und Bildern schützt.  

Das Gedächtnis kann wie andere Organe und Funktionen bis zu einem gewissen Grad trainiert werden.

Man fasst die dazu bekannten Methoden unter dem Begriff Mnemotechnik zusammen. Hier gibt es so viele einzelne Methoden, dass jeder Mensch für sich etwas heraus finden kann, was ihm besonders liegt und auch beim Trainieren noch Freude macht. Da die Speicherungen im Gehirn umso effektiver sind, je besser und entspannter die Grundstimmung zum Zeitpunkt des Speicherns ist, macht lernen und trainieren in guter Stimmung nicht nur mehr Freude, sondern es bleibt auch eindeutig mehr hängen!

 
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Unsere Gesundheitsexpertin

Unsere medizinischen Fachtexte werden von Anke Prczygodda verfasst.

Anke Prczygodda ist Fachärztin für Allgemeinmedizin in Kiel und hat sich speziell für den Bereich ambulante geriatrische Rehabilitation qualifiziert.
Unsere Texte stammen also aus der Feder einer ausgewiesenen Expertin für Altersheilkunde.

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