Pflichteilsrecht ein wichtiger Aspekt im Erbrecht

Pflichtteilsrecht

Seit dem 1. Januar 2010 ist es in Kraft: das Gesetz zur Änderung des Erbrechts und des Verjährungsrechts.
Zu den Kernpunkten gehört neben einer im Erbrecht verbesserten Berücksichtigung von Pflegeleistungen durch Eltern und Großeltern auch die Anpassung und Vereinheitlichung für die Entziehung des Pflichtteils.

Was bedeutet der gesetzliche Erbanspruch durch das Pflichtteil?
Der Pflichtteil gehört zu den vom Gesetzgeber festgelegten Erbansprüchen, die immer dann rechtswirksam werden, wenn durch ein Testament ein naher Angehöriger von der Erbfolge nach dem Tod des Erblassers ausgeschlossen wird.
Auf diese Weise soll den nächsten Angehörigen eine Mindestbeteiligung durch das gesetzliche Pflichtteilsrecht eröffnet werden, um einen Anspruch gegen die anderen Erben erheben zu können.

Wer ein Testament abfasst, sollte beachten, dass dem Ehepartner und den Kindern immer ein Pflichtteil zusteht, auch wenn dies nicht dem Letzten Willen des Erblassers entspricht. Der Pflichtteil umfasst die Hälfte des Wertes, was der Erbe, orientiert an der gesetzlichen Erbfolge, erhalten kann.

Wer ist pflichtteilsberechtigt?

Einen Anspruch auf das gesetzliche Pflichtteil sind alle Abkömmlinge wie Kinder, Enkel und Urenkelkinder, der Ehepartner, der Partner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft wie auch die Eltern des Erblassers. Keinen rechtlichen Anspruch auf ein Pflichtteil haben die Geschwister und entferntere Verwandte. Nicht pflichtteilsberechtigt sind die Eltern und entfernte Abkömmlinge, wenn ein anderer Abkömmling Anspruch auf einen Pflichtteil hat oder Zuwendungen aus dem Nachlass erhält, die im Wert dem Pflichtteil entspricht.
Auf diese Weise soll verhindert werden, dass die Pflichtteilslast vervielfältigt wird.
Somit gilt bei der Pflichtteilsregelung wie bei der gesetzlichen Erbfolge auch, dass direkte Verwandte weiter entfernt Verwandte ausschließen.

Kann das Pflichtteilsrecht entzogen werden?
Grundsätzlich gilt beim Pflichtteilsrecht, dass die Ansprüche der Berechtigten erst nach dem Tode des Erblassers erhoben werden können und kein gesetzlicher Anspruch auf eine vorzeitige Ablösung besteht. Die in früheren Jahren vorgesehene Regelung für nicht eheliche Kinder, vorzeitig von einem Erbausgleich profitieren zu können, ist abgeschafft. Liegen besondere Voraussetzungen vor, kann den Berechtigten ihr Pflichtteil entzogen werden, was einer Enterbung gleichkommt. Die neue Regelung hat auch den Spielraum für eine Enterbung erweitert. Ware es früher nur dann möglich, einen Angehörigen zu enterben, wenn dieser dem Erblasser oder anderen nahen Verwandten nach dem Leben getrachtet hat, gilt jetzt auch kriminelles Handeln des Pflichtteilberechtigten gegenüber seiner Familie oder anderen nahe stehenden Personen als Grund für eine Enterbung. Ebenso kann eine rechtskräftige Verurteilung zu einer ohne Bewährung ausgesetzten Freiheitsstrafe zum Entziehen des Pflichtteils führen.

 
Vivemus durchsuchen
Musik für Jung und Alt
Musik für Senioren

Ob Fernsehgarten oder Rockkonzert
Musik für jeden Geschmack - kennenlernen und genießen!

Arzneimittel
Medikamente richtig anwenden

Richtig mit Medikamenten umzugehen ist nicht immer einfach. Informieren Sie sich über die Einnahme, Wechselwirkungen und Risiken von Medikamenten bevor Sie mit der Einnahme beginnen.

Weitere Themen